Druskininkai
Hier finden Sie Informationen über die Geographie, das Klima, die Natur und die Geschichte des Kurorts Druskininkai.
Druskininkai – die südlichste Stadt Litauens, der älteste und größte Kurort im Lande, berühmt durch seine salzigen Quellen und sein mildes und warmes Mikroklima. Der Kurort befindet sich in der Nähe der polnischen und der weißrussischen Staatsgrenze, circa 130 km von Vilnius und Kaunas entfernt.
Der Kurort Druskininkai liegt heute an dem Ort, wo einst der Übergangsstreifen das Meer vom Festland trennte. Hier sammelten sich Salze an, die sich später tief im Boden einlagerten. Durch diese Salzschichten strömen heute Mineralquellen.
Auf die Verfügung von Stanislovas Augustas Poniatovskis 1794 wurde Druskininkai zum Kurort ernannt. Zu dem Zeitpunkt begannen auch ausführlichere Untersuchungen der heilenden Reserven. Schon seit Anfang des 19. Jh. funktionierten in Druskininkai inoffiziell Mineralwasser- und Schlammbäder. Das Mineralwasser und der Heilschlamm, die seit Jahrhunderten die Aushängeschilder des Kurorts sind, werden heutzutage mit modernen Technologien kombiniert.
Heute ist der Kurort durch seine lange Tradition der Behandlung in Sanatorien, durch die wundervolle Natur sowie durch die sich rasant entwickelnde Infrastruktur von Tourismusdienstleistungen berühmt. Er stellt einen internationalen Kurort der aktiven Erholung und der dar.
Über Druskininkai
Geographie
Druskininkai liegt 60 km südlich von Alytus, gehört zur Kreisverwaltung von Alytus und stellt das Zentrum der Selbstverwaltung von Druskininkai dar. Die Fläche von Druskininkai beträgt gegenwärtig circa 2241 ha. Ungefähr 21500 Einwohner werden hier gezählt. Die Altstadt von Druskininkai ist zum Schutzgebiet ernannt worden.
Der Kurort von Druskininkai befindet sich 95,14 m über dem Meeresspiegel, am rechten Ufer des Flusses Memel. Der höchste Punkt der Stadt ist der Fitnesspark (namens K. Dineikos, 105 m über dem Meeresspiegel), der tiefste Punkt ist das Ufer der Memel an der Kurstätte für Physiotherapie.
Druskininkai wird in westlich-östlicher Richtung von einer 3,5-km-langen Strecke der Memel umsäumt. In die Memel mündet die Ratnyčia (Ratnyčėlė). Im südlichen Stadtteil ruhen der See Druskonis, der Teich Vijūnėlis und ein winziger See namens „Mergelių akių“ („Fräuleinsaugen“). Im östlichen Teil des Kurorts liegt „Saulės takas“ („der Sonnenweg“), ein Teich mit Kaskadenschwimmbad.
Im Raum der Selbstverwaltung von Druskininkai gibt es keine großen Industrieobjekte, aus diesem Grund zeichnen sich die Luft und das Wasser hier durch eine ganz besondere Sauberkeit aus. Im Radius von 8 - 10 Kilometer um Druskininkai herum finden Sie sogar 12 saubere Seen.
Klima
Das Klima in Druskininkai ist durch günstige Bedingungen für Klimatherapie und Erholung gekennzeichnet. Das Relief ist überwiegend hügelig, mit Tälern, es wimmelt hier von mittelgroßen und kleinen Seen. Die durchschnittliche maximale Lufttemperatur im Sommer (Juni, Juli, August) beträgt etwas mehr als 22 °C. Jährlich fallen durchschnittlich 661 mm Niederschlag. Die Windstärke beträgt in den Monaten Juli - August im Kurort 2,4 - 2,6 m/s. Es herrscht südwestlicher, westlicher und nordwestlicher Wind, im Winter weht überwiegend ein südöstlicher, östlicher und südwestlicher Wind.
Natur
Obwohl die Heide von Druskininkai weit entfernt vom Meer liegt, gibt es auch dort die Dünen. Hier sind sie aber anders als die Küstendünen – es handelt sich hier um Dünen des Binnenlands. Sie sind mit Kiefernwäldern bewachsen. In den Dünen der Region Dzūkija wächst überwiegend Wachholder. Der Boden ist vollständig mit einem Teppich aus Flechten bedeckt. Hier gibt es viele Arzneipflanzen: Bärentrauben, Thymian, Johanniskraut und viele Pilze.
Unter den Wäldern überwiegen Kiefernwälder. Sie sind durch reiche biologische Vielfalt gekennzeichnet und werden von Vögeln gemocht: Lerchen, Doppelschnepfen, Weißrückenspechte, Seeadler, Eulen und Uhus. In der Heide von Druskininkai begegnet man selten vorkommenden Insekten, an den von der Sonne gewärmten Orten kann man nicht selten Zauneidechsen, Ringelnattern oder Blinschleichen sehen. Am häufigsten trifft man europäische Eichhörnchen. Am Wald- oder Feldrande können Sie auch Feldhasen bemerken. Unter Tannenzweigen wohnen Marderhunde.
In den Wäldern von Dzūkija kann man Rotfüchsen, Wölfen, Luchsen und Wildschweinen begegnen. Das größte Tier der Kiefernwälder ist der Hirsch, der die Kiefernwälder mag. An kleinen Flüssen oder am Feldrande trifft man auch Rehe.
Die Wälder von Druskininkai locken nicht nur Pilzsammler, sonder auch Beerensammler. In den Wäldern wimmelt es nämlich von Blaubeeren, Preiselbeeren, Himbeeren und Sanddornbeeren.
Geschichte
Forscher der Geschichte des Kurorts sind der Ansicht, dass schon im 13. Jh. am Zusammenfluss der Flüsse Memel und Ratnyčia eine Verteidigungsburg erbaut war. Seit alten Zeiten strömten hier mineralsalzhaltige Quellen, weshalb der Ortsname mit Salz[1] verbunden ist.
Die erste bisher bekannte Schriftquelle, die Druskininkai erwähnt, ist die Litauische Metrik oder Akte des Großfürstentums Litauen. Als erste überzeugten sich über die heilende Wirkung der Quellen die örtlichen Dorfleute. Sie bemerkten, dass Wunden an den Beinen schneller heilen, wenn man in manchen Quellen an der Memel herumspaziert. Aus diesem Grund begannen schlauere Einwohner von Druskininkai ungefähr im 17. - 19. Jh., die „Heiltätigkeit“ auszuüben. Im 18. Jh. wurde besonders die Dynastie der Volksheiler Sūručiai (Sūrmiečiai, Suraučiai) berühmt.
1789 weckte Druskininkai das Interesse der Mitglieder von „Seimas“ (des Parlaments), deren Versammlung in Hrodna vonstatten ging. Auf ihre Anregung hin besuchte der König Litauens und Polens, Stanislovas Augustas Poniatovskis, den Ort. Etwa im Jahr 1790 begann der Hofarzt auf seine Anordnung, die heilenden Eigenschaften des Mineralwassers von Druskininkai zu untersuchen; mit der Verordnung vom 20. Juni 1794 wurde Druskininkai zum Kurort ernannt.
Zum echten Kurort wurde Druskininkai jedoch erst nach der Veröffentlichung von Ergebnissen der Untersuchung der chemischen Zusammensetzung des Mineralwassers aus Quellen in Druskininkai im Jahre 1835, die der Professor der Universität von Vilnius, I. Fonbergas, durchführte. Nachdem die Daten Zar Nikolaus I. vorgelegt wurden, erhielt man im Jahre 1837 die Erlaubnis, den Kurort in Druskininkai zu entwickeln, obwohl inoffiziell die Mineralwasser- und Schlammbäder schon seit Anfang des Jahrhunderts funktionierten. Ende des 19. Jahrhunderts war Druskininkai nicht nur im ganzen Imperium des Zarenrusslands, sondern auch außerhalb seiner Grenzen berühmt.
In den Jahren 1924 - 1939 erlangte der Park der Ärztin E.Levicka zur Behandlung von Erkrankungen mit Sonne, Luft und Bewegung ("Zaklad lecznicznego stosowania slonca, powietrza i ruchu“) besonderen Ruhm. Im Park gab es Männer-, Frauen- und Kinderbereiche. Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1951, begann Karolis Dineika mit der Wiederherstellung des Parks und wandte auch weiterhin die Methoden der heilenden Körperkultur an. Während der Sowjetzeit wurde die Infrastruktur des Kurorts der massenhaften Behandlung der Einwohner der UdSSR angepasst. Damals gab es 10 Sanatorien und Mineralwasser- und Heilschlamm-Kurstätten sowie Behandlungsräume für die Physiotherapie wurden gebaut; jährlich erholten sich hier circa 400.000 Personen.
Druskininkai ist nicht nur durch einzigartige Naturquellen, sondern auch durch Künstler berühmt, die Weltruhm erlangt haben. Hier wirkte der Maler und Komponist M. K. Čiurlionis, hier wurde der bekannte Bildhauer und Modernist Jacques Lipchitz geboren.
Nähere Informationen zur Geschichte von Druskininkai, zu Trends in der Behandlung und zur Entwicklung der Kurortbehandlung erhalten Sie beim Besuch des Museums in Druskininkai: M. K.Čiurlionio Str. 59, Druskininkai.
Berühmte Menschen aus Druskininkai
In den Jahren 1878 - 1885 lebte in Druskininkai einer der berühmtesten Künstler Litauens – der Maler und Komponist Mikalojus Konstantinas. M. K. Čiurlionis.
In Druskininkai wurde Jacques Lipchitz, Bildhauer und Kubist, geboren.
Vytautas Kazimieras Jonynas – Professor und Maler. Eine Zeit lang arbeitete er in Druskininkai.
Karolis Dineika, Fachmann für heilende Körperkultur. Seit 1952 leitete er den Park des Kurorts von Druskininkai für heilende Körperkultur.


